„Das eine Auge des Fotografen schaut weit geöffnet durch den Sucher, das andere, das geschlossene, blickt in die eigene Seele.“ — Henri Cartier-Bresson

Sie dampft, rattert und tutet durch das Naherholungsgebiet Wuhlheide in Berlin-Köpenick: die Parkeisenbahn Wuhlheide. Früher, zu DDR-Zeiten, als Pioniereisenbahn bekannt, ist sie bis heute ein beliebtes Ausflugsziel für Berliner und ihre Gäste. Jetzt feiern Strecke, Loks und Wagen ihren 70. Geburtstag. Happy Birthday!

Wer im Frühling oder Sommer über eine wilde Blumenwiese spaziert, kennt das Bild: Plötzlich blitzt ein winziger, intensiv blauer Funke im Gras auf, tanzt kurz durch die Luft und lässt sich auf einer Blüte nieder. Die Chancen stehen gut, dass du gerade Bekanntschaft mit dem Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) gemacht hast.
Obwohl er winzig ist, steckt dieser kleine Falter voller faszinierender Geschichten. Hier sind drei Gründe, warum der heimliche Star unserer Wiesen einen genauen Blick wert ist.
1. Ein Name mit mythologischem Tiefgang
In der Wissenschaft wird der Kleine Polyommatus icarus genannt. Das Artepitheton icarus leitet sich direkt von Ikarus ab, dem Sohn des Daidalos aus der griechischen Mythologie, der mit seinen selbstgebauten Flügeln der Sonne zu nahe kam und abstürzte.
2. Der „Gemeine“ – im besten Sinne des Wortes
Mancherorts wird er auch einfach als Gemeiner Bläuling bezeichnet. Das Wort „gemein“ bedeutet hierbei natürlich nicht, dass er fies ist, sondern steht altmodisch für „allgemein“ oder „häufig“.
Schon gewusst? Der Hauhechel-Bläuling ist die häufigste und am weitesten verbreitete Art innerhalb der gesamten Familie der Bläulinge (Lycaenidae).
Er ist ein echter Kosmopolit und fühlt sich in fast ganz Europa, Nordafrika und Asien pudelwohl. Dass er so erfolgreich ist, liegt auch an seiner Genügsamkeit: Solange es Blüten und die namensgebende Hauhechel (eine Schmetterlingsblütler-Pflanze) gibt, findet man ihn fast überall.
3. Ein Meister der optischen Täuschung
Wer den Hauhechel-Bläuling fotografieren möchte, merkt schnell: Blau ist nicht gleich Blau. Tatsächlich tragen oft nur die Männchen dieses leuchtende, fast magische Himmelblau auf der Flügeloberseite. Die Weibchen sind meist unauffälliger braun gefärbt, oft mit hübschen orangen Flecken am Rand.
Klappt der Falter die Flügel zusammen, kommt eine wunderschöne, graubraune Unterseite mit einem kunstvollen Muster aus schwarzen und orangen Augenflecken zum Vorschein. Ein perfektes Tarnkleid, sobald er sich zur Ruhe setzt!

„Er ist wieder da, endlich“. Es ist fast unmöglich, im Sommer an einem Feld mit klatschrot leuchtenden Blüten vorbeizufahren, ohne zumindest kurz hinzusehen. Und für Nicole ist es unmöglich, an den ersten dieser wunderschönen wilden ungezähmten Blumen vorbeizufahren, ohne ein Foto (es sind meistens ganz viele) zu machen. Warum ist diese Pflanze so faszinierend für uns Menschen?
Die Farbe Rot ist in der Natur ein absolutes Signal. Unser Auge reagiert extrem stark auf die Wellenlänge von leuchtendem Rot, da es evolutionär oft mit Früchten oder – im Warnsinne – mit Blut assoziiert wird. Das satte Rot gegen das frische Grün der Getreidefelder erzeugt einen Komplementärkontrast, der für das menschliche Auge ästhetisch besonders befriedigend wirkt. Sagt zumindest die Wissenschaft.
Eine Mohnblüte hält oft nur einen einzigen Tag. Sobald man sie pflückt, verliert sie meist sofort ihre Blätter. Sie ist das ultimative Symbol für das Carpe Diem – den flüchtigen Moment. Vor allem im englischsprachigen Raum ist die „Remembrance Poppy“ das Symbol für das Gedenken an die Gefallenen der Weltkriege. Dies rührt daher, dass der Klatschmohn auf den durch Bomben und Schützengräben aufgewühlten Böden Flanderns als erste Pflanze wieder blühte.
Und er ist ein deutliches Zeichen: da wo der Mensch in die Natur eingreift, sie bearbeitet, zerstört, da wächst er – an Straßenrändern, Schuttplätzen oder eben in Kornfeldern. Und last but not least: Der Klatschmohn hat unsere Ästhetik über Jahrhunderte geprägt. Die Mohn-Bilder von Claude Monet gehören zu den bekanntesten in der Kunstgeschichte. Wir haben gelernt, den Mohn durch die Augen der Kunst als Inbegriff von Sommeridylle und ländlicher Romantik zu sehen. In diesem Sinne: Auf eine gute Mohnfoto-Saison.

Der Blaustern (Scilla) ist ein pflegeleichter, winterharter Frühblüher, der von Februar bis April intensiv blaue Blütenteppiche bildet. Er eignet sich ideal zum Verwildern in Beeten, unter Gehölzen oder im Rasen. Die 10–20 cm hohen Zwiebelpflanzen bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte und sind wichtige Bienenweiden.

Sie zählt für uns zu den schönsten Blüten im Frühjahr: die Kirschblüte. Wenn in Berlin an verschiedenen Stellen die zarten Blüten das Straßenbild prägen, geht uns als Fotografen das Herz auf. Es ist einfach wunderschön. Hinzu kommt der Duft, der in der Luft liegt. Und wenn dann auch noch die Sonne im richtigen Winkel steht, ist das Bild perfekt.
Die Kirschbäume auf dem ehemaligen Mauerstreifen zwischen Teltow und Steglitz-Zehlendorf sind ein Geschenk aus Japan. 1990, im Jahr der Wiedervereinigung, startete ein japanischer Fernsehsender eine Spendenaktion: 140 Millionen Yen kamen zusammen – genug für über 9.000 Kirschbäume in Berlin und Brandenburg, 1.100 davon direkt auf dem früheren Grenzstreifen. Man sieht sie in Teltow, an der Wollankstraße und in der Norweger Straße in Prenzlauer Berg. Diese Bäume sind ein Symbol der Freude und des Friedens: Sakura, die Kirschblüte, sollte den Deutschen Ruhe ins Herz tragen.
Von dieser Ruhe und Gelassenheit ist hierzulande gerade nicht viel zu spüren. Wir schlagen uns verbal die Köpfe ein, sind nicht mehr in der Lage, ruhig, überlegt und gelassen zu diskutieren, und ein kleiner, aber lautstarker Teil würde am liebsten diese Bäume wieder abreißen und eine neue Mauer bauen. Wir sind froh, dass es solche Plätze in Berlin gibt, an die man – auch wenn es nur wenige Tage im Jahr sind – gehen, genießen und kurz Luft holen kann. Denn wer sich auf dieses Naturwunder einlässt, kann sie bei einem Spaziergang unter den Blüten spüren: Gelassenheit und Ruhe. Vielleicht sollten wir alle einmal zu einem solchen Walk aufbrechen.

Krokusse am Spreeufer im Plänterwald in Berlin-Treptow.

Der Frühling grüßt mit jedem Tag ein wenig mehr. Überall grünt und blüht es . Die Welt wird wieder bunt und das ist gut so.

Wenn die Oma mit dem Enkelkind in den Wunderlauch geht, dann schnuppern im Anschluss die Finger. Es ist bei uns mittlerweile eine feste Tradition, sobald der Wunderlauch, in Berlin gerne auch als Berliner Lauch betitelt, wächst, in den Treptower Park zu fahren, um fürs Abendessen ein paar dieser köstlichen Pflanzen zu ernten. Und Enkelkind Minna ist seit drei Jahren leidenschaftliche Sammlerin des Krautes. Auch wenn wir hier gerne von Bärlauch sprechen, ist es kein richtiger Bärlauch. Der spezielle Ableger nennt sich Berliner Lauch und hat dieselben Eigenschaften wie das wilde Original. Er schmeckt gut, passt zu vielen Gerichten und es macht Spaß, ihn zu sammeln.

