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Die Breitachklamm – Eine Wanderung in Oberstdorf6 min read

Sie rauscht, dröhnt und zieht mit enormen Kräften Menschen seit vielen Jahrhunderten in ihren Bann: die Breitach. Zwischen dem Kleinwalsertal in Österreich und der kleinen Ortschaft Tiefenbach bei Oberstdorf hat sich der Fluss auf einer Länge von 2,3 Kilometern in den Berg eingeschnitten und die tiefste Felsenschlucht in Mitteleuropa geschaffen. Viele hunderttausend Besucher staunen jedes Jahr über die Kräfte der Natur und wandern fasziniert durch eine einzigartige, vom Wasser geformte Landschaft.

Die Breitach in der Breitachklamm
Die Breitach am Ausgang der Klamm bei Tiefenbach

Ab in die Breitachschlucht

Man kann in Oberstdorf viel unternehmen. Die Palette an Ausflugsmöglichkeiten zwischen Nebelhorn und Fellhornbahn ist schier endlos. Wenn die Berge am Mittag aber in Nebel versinken, liegt eine Wandertour durch die Breitachklamm auf der Hand. Seit mehr als 100 Jahren geht es auf schmalen und steinigen Pfad durch das Gebirge, ständig begleitet von einem wilden und unbändigen Fluss. Erreichbar ist das Naturwunder von zwei Seiten: aus dem Kleinwalsertal in Österreich oder vom kleinen Örtchen Tiefenbach, welches liebevoll eingebettet zwischen Söllereck und Geißkopf liegt. Wir entscheiden uns im Juni 2020 unwissend für die lange Tour. Unwissend deshalb, weil wir den Bus in Oberstdorf verpassen. Gerade als wir auf einem Parkplatz das Auto abschließen, fährt er an uns vorbei. Einmal in der Stunde geht es so bequem in Richtung Tiefenbach. Nur leider nicht mit uns. 15 Kilometer lang ist die Tour jetzt durch das Gebirge. Immer entlang an der Breitach, dann kommen 300 Höhenmeter Aufstieg durch die Klamm dazu. Auf dem Rückweg über das Söllereck und Kornau hat der Nebel Reißaus genommen. Eine Traumaussicht begleitet uns wieder zurück ins Tal.

Die Breitachklamm zählt zusammen mit der Höllentaklklamm zu den tiefsten Gebirgseinschnitten in den bayrischen Alpen

Sie ist sogar die tiefste Felsenschlucht in Mitteleuropa und entstand (laut Wikipedia) in den vergangenen 10.000 Jahren. Ein junger Pfarrer, so erzählen es die Menschen hier, suchte zu Beginn es 20. Jahrhunderts Geldgeber für die Erschließung dieser Touristenattraktion. Ergründete einen Verein und kurbelte damit den Alpentourismus an. Ob er persönlich die erste Sprengung im Jahr 1094 vorgenommen hat, ist nicht bekannt. Jedenfalls war die Klamm bereits ein Jahr später begehbar und zieht seitdem die Menschen an. Ein Felssturz im Jahr 1995 staute den Fluss im oberen Klammtal auf eine Höhe von 30 Metern. Als der Damm schließlich brach, riss eine gewaltige Sintflut Wege und Bebauungen mit sich.

Blick in die Breitachklamm

Wild und unbeständig rauscht die Breitach durch das Gebirge. Der Lärm der Wassermassen in beeindruckend und beängstigend zugleich

Gleich hinter dem Eingang bei Tiefenbach wird es wild. Dann nämlich bahnen sich die Wasser der Breitach durch eine enge Schlucht mit fast hundert Meter hohen senkrechten und überhängenden Wänden ihren Weg und donnern mit ohrenbetäubendem Lärm über hohe Felsbänke und tiefe Gumpen. Die Breitachklamm ist im Übrigen zu jeder Jahreszeit einen Ausflug wert. Während im Sommer bei schönem Wetter die Klamm im Sonnenlicht funkelt, kann man bei oder nach Regenfällen herunterstürzende, tosenden Wasserfälle bestaunen. Im Winter eröffnet sich den Besuchern ein besonderes Schauspiel. Meterhohe Eisvorhänge und schneebedeckte Felsen verwandeln die Breitachklamm bei jedem Sonnenstrahl in ein funkelndes Winterwunderland. Der Wanderweg durch die Klamm ist sehr gut ausgebaut, sollte aber nur mit festem Schuhwerk begangenen werden.

Die Breitachklamm

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Der Abstieg von der Breitachklamm nach Oberstdorf

Am oberen Eingang, kurz vor der Grenze zu Österreich, das Kleinwalsertal gehört nämlich schon zu unseren Landesnachbarn, spuckt uns die Klamm wieder aus. Knapp 90 Minuten haben wir für die zwei Kilometer lange Schlucht benötigt. Fotos brauchen halt ihre Zeit. Der Rückweg führt uns über wunderschöne Almen parallel zu Bundesstraße 19. Keine Sorge, vom Autolärm hört man nicht viel. Am Söllereck nehmen wir einen kleinen Umweg über Kornau und Jauchen und steigen dann, begleitet von einem fantastischen Ausblick auf Oberstdorf wieder ins Tal ab.

Blick auf Oberstdorf

Wichtige Informationen


Anreise

Die Breitachklamm erreicht man mit dem Auto von der B 19 (Sonthofen-Oberstdorf). Immer der Ausschilderung folgen. Von Oberstdorf gibt es auch eine Busverbindung

Eintritt

Geöffnet von 9 bis 17.30 Uhr ; Erwachsene 6,50 , ermäßigt 2,50 Euro Breitachklamm Online

Einstieg

Der Einstieg ist von Tiefenbach aus möglich sowie vom Kleinwalsertal aus.

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