Deutschland, Frühling, Reisen, Städtetrip, Tradition

Die sorbischen Osterreiter – Der Youtube-Tipp

In der Oberlausitz, zwischen Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda, leben in acht Kirchgemeinden mehr als 10 000 sorbische Katholiken. Man spricht auch im Alltag überwiegend Sorbisch, eine Sprache, die dem Slowenischen sehr ähnelt. Und man pflegt mit viel Liebe Sitten und Bräuche, besonders um die Osterzeit. Da gibt es das Ostersingen, das Osterwasserholen oder das Osterfeuer. Einmalig und ganz besonders jedoch ist der Brauch der katholischen Sorben: das Osterreiten. Es ist mittlerweile weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und zieht jedes Jahr am Ostersonntag tausende Touristen in die sächsische Region.

Das Osterreiten wird als Brauch in der Lausitz seit mehr als fünf Jahrhunderten gepflegt. Bereits Ende des 15. Jahrhunderts fanden zwischen Hoyerswerda und Bautzen solche Prozessionen statt. Doch die Wurzeln dieses Brauchs reichen wahrscheinlich weit bis in vorchristliche Zeiten zurück. Früher glaubten die Sorben, mit ihren Ritten die junge Saat des Jahres vor der Missgunst des Bösen schützen zu können. Unter dem Einfluss des Christentums wandelten sich die Ritte in christliche Prozessionen, die heute ein öffentliches Bekenntnis zum Christentum und zum katholischen Glauben darstellen. In der katholischen Oberlausitz gibt es neun dieser Osterprozessionen mit rund 1500 Reitern.

Die Vorbereitungen für diesen faszinierenden Umzug beginnen am Ostersonntag zeitig in der Früh, wenn es in der Lausitz noch dunkle ist. Die Pferde werden geputzt, gestriegelt und mit frischen Blumen geschmückt. Außerdem tragen die sie manchmal bunt bestickte Schleifen, die nicht selten mit sorbischen Motiven versehen sind. Man muss mindesten 14 Jahre alt sein, um sich in den Zug der Osterreiter einreihen zu können und es sind nur Männer, die hoch zu Ross sitzend die frohe Botschaft der Auferstehung von Jesus Christus in den Gemeinden verkünden. Zylinder und Wrack sind Pflicht. Ein einzelner Zug kann aus bis zu 450 Reitern bestehen.

Fotos: Jörg Krauthöfer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: