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Märchen – Mit Fantasie Landschaft und Natur entdecken

Märchenhaft Wandern - Sagenhafter Harz - Tour 1: Die Teufelsmauer von Neinstedt bis Blankenburg Foto: Krauthöfer

Mit Märchen und Sagen kann man gut Landschaften und Regionen entdecken. Sie bilden eine emotionale und bildhafte Brücke zwischen der Natur und ihrer Geschichte. Eigentlich der beste Vorwand, selber zum Stift zu greifen und Geschichten zu schreiben.

Seit einem Jahr sind wir Wanderbuch-Autoren. Das Harzbuch 2025 war der Auftakt, und mit „Märchenhaft wandern in Berlin und Brandenburg“ kommt in wenigen Wochen ein weiterer Wanderführer in den Buchhandel. Doch nicht nur Kilometer, Höhenmeter, Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten rechts und links der Wegstrecke haben wir aufgezählt.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Buchreihe, von der es mittlerweile fast 15 verschiedene Ausgaben gibt, sind Sagen und Märchen der jeweiligen Regionen. Die Märchen- und Sagenwelt des Harzes ist weltberühmt. Seit Kindesbeinen an sind wir mit den Erzählungen von Hexen, Teufeln und Zwergen zwischen dem Bodetal und Brocken aufgewachsen.

Sagen im Harz

Die Geschichte von Bodo und der schönen Prinzessin, die vor ihm auf einem Pferd floh und über das berühmte Bodetal sprang, der Abdruck des Hufeisens ist heute eine Touristenattraktion auf der Roßtrappe, ist jedem Harzer Kind bekannt.

Auch die Erzählung, dass der Teufel mit dem lieben Gott eine Wette um das Land begann, welche der Beelzebub natürlich verlor und wir Menschen uns seitdem über die legendäre Teufelsmauer zwischen Neinstedt und Weddersleben freuen dürfen, ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Die Sagen und Märchen des Harzes haben unseren Blick auf die Landschaft geprägt. Der Harz ist mystisch, geheimnisvoll, dunkel und manchmal verwirrend. Die Menschen manchmal auch. Die Geschichten verstärken dieses Empfinden.

Wer auf dem Gipfelplateau des Brockens steht, sucht ganz automatisch jene Felsen, an denen der Teufel angeblich jedes Jahr zur Walpurgisnacht seine Hexen um ein Lagerfeuer versammelt. Beinahe zu jedem Hügel, zu jeder Schlucht, zu jeder Höhle gibt es fantasievolle Erzählungen und in fast jedem Städtchen liegen Sagen und Märchen sprichwörtlich auf der Straße.

Auch in unserem neuen Wanderführer „Märchenhaft wandern in Berlin und Brandenburg“ haben wir uns auf die Suche nach diesen legendären Geschichten gemacht. Und erstmals haben wir uns, inspiriert durch die wunderschöne Natur des Bundeslandes, ein eigenes Märchen ausgedacht. Die Hauptrolle spielt ein alter Baum in einem uralten, magischen Buchenwald.

Eine Sage ist eine kurze Erzählung, die meist an einen bestimmten Ort, eine bestimmte Zeit oder reale Personen gebunden ist und oft einen wahren Kern hat, der mit Übertreibungen oder Fantastischem ausgeschmückt wird. Ein Märchen dagegen spielt meistens in einer unbestimmten Zeit und Welt („Es war einmal…“), hat eher allgemeine Figuren wie „der König“ oder „die Prinzessin“, enthält viele magische Elemente und ist klar als erfundene, zeitlose Geschichte zu erkennen, die häufig eine moralische Botschaft vermittelt.

Märchen selber schreiben

Mit der eigenen Fantasie zu spielen, macht Spaß. Und weil die vielen verschiedenen Regionen in Deutschland beim Wandern und Entdecken, begünstigt durch die wunderschöne Landschaft, zum märchenhaften Träumen einladen, wollen wir es in Zukunft so halten: Wir schreiben ab und zu ein kleines Märchen.

Los geht’s mit einer kleinen Geschichte, die uns beim Wandern um den Hellsee bei Lanke eingefallen ist. Ein Schloss, ein dunkler, tiefer See, wurzelüberzogene Wege, eine Moorlandschaft und ein Lost Place im See, mehr braucht es nicht.

Die versunkene Kutsche vom Hellsee

Es war einmal vor langer Zeit, als Schloss Lanke noch von einem alten, strengen Grafen bewohnt wurde, da führte ein holpriger Weg direkt am Hellsee entlang. Der See war schön, aber berüchtigt: dunkel, tief und still. Die Leute aus den umliegenden Dörfern flüsterten, der Hellsee sei „schnell im Zorn und langsam im Vergeben“.

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