Das erste Polarlicht in unserem Reiseleben haben wir auf der Flatruet im schwedischen Härjedalen erlebt. Es war Ende August, und auf Schwedens höchster Fjellstraße war es bereits bitterkalt. Nebel hing über dem Berg. Im Laufe des Abends kamen jedoch die Sterne durch, und irgendwann begann es, über dem Berg Helags zu leuchten. Es war nur ein schwaches grünes Glimmen, doch dann fielen die Sonnenwinde auch von weit oben in die Erdatmosphäre, und das große Leuchten begann. Wer das Polarlicht einmal selbst erlebt hat, wird es nie vergessen. Dieses magische Phänomen, die Aurora Borealis, wird von den indigenen Völkern Nordskandinaviens als ein Spiel der Götter bezeichnet. Wenn Sonnenpartikel auf die Erdatmosphäre treffen, entstehen je nach Region, Intensität und Dunkelheit atemberaubende Farben. Für uns Fotografen ist es ein majestätisches Schauspiel mit Suchtfaktor – die Sehnsucht nach diesem Licht lässt uns seit diesem Erlebnis auf dem schwedischen Fjell nicht mehr los. Die Jagd nach den magischen Farben des Nordens ist längst ein Muss für uns.
Was macht man mit den vielen Bildern, die auf einer solchen Fototour entstehen? Wir haben ein kleines Video geschnitten. Viel Spaß beim Ansehen!
Wie entsteht Nordlicht?
Der Sonnenwind besteht aus elektrisch geladenen Teilchen, die die Sonne kontinuierlich ins All ausstößt. Wenn dieser Strom von Partikeln auf das Magnetfeld der Erde trifft, wird er abgelenkt. Besonders an den Polen kann es vorkommen, dass die Teilchen in die Erdatmosphäre eindringen. Dort kollidieren sie mit Gasmolekülen, vor allem mit Sauerstoff und Stickstoff. Diese Kollisionen führen dazu, dass die Gasmoleküle Energie aufnehmen und in einen angeregten Zustand versetzt werden. Wenn sie wieder in ihren stabilen Zustand zurückkehren, setzen sie diese Energie in Form von Licht frei. Die Farben des Lichts variieren je nach Gas und Höhe: Während Sauerstoff in einer Höhe von etwa 100 bis 300 Kilometern ein beeindruckendes Grün erzeugt, kann er in höheren Lagen sogar rote Töne hervorrufen. Stickstoff hingegen zeigt sich in Blau- und Violetttönen.
Die besten Bedingungen zur Beobachtung des Nordlichts finden sich in hohen Breitengraden, wo das Erdmagnetfeld die Sonnenwindpartikel am stärksten beeinflusst. Ein klarer Nachthimmel und wenig Lichtverschmutzung wären die idealen Vorraussetzungen. Das Nordlicht zieht Menschen aus aller Welt in die Polarregionen, um dieses spektakuläre Schauspiel der Natur zu bestaunen und sich von seiner Schönheit verzaubern zu lassen. Aber auch in unserer Regionen kann man mit viel Glück das Himmelspektakel sehen. Warum das so ist, haben wir im letzten Jahr aufgeschrieben und zusammengefasst.

