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Tag des Waldes – Frühlingserwachen im März9 min read

Seit genau 50 Jahren ist der 21. März der internationale Tag des Waldes. Damals von den Vereinten Nationen als Reaktion auf die globale Abholzung riesiger Waldflächen ins Leben gerufen, hat er mit der Bedrohung durch den Klimawandel heutzutage nichts an Bedeutung verloren. Im Gegenteil. Wälder schützen, umsorgen, nachhaltig bewirtschaften, anstatt zu zerstören, lautet seit 2012 die Botschaft. Seitdem ist nämlich dieses Datum offizieller Aktionstag für den Erhalt der Waldbestände und wird rund um den Erdball begangen. Das Motto in diesem Jahr: „Forest restoration: a path to recovery and well-being“ , was übersetzt bedeutet: „Waldrestaurierung: ein Weg zu Erholung und Wohlbefinden“.

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Wir lieben den Wald. Er spielt in unserer Freizeitgestaltung eine immense Rolle. Immer wenn wir auf Tour durch die Republik oder ins Ausland sind, zieht es uns ins dichte Grün. Am liebsten sind wir in dichten Mischwäldern unterwegs. Der Wald bietet Erholung und Abenteuer. Wir können uns “erden”, sind schon wenige Minuten nach dem Betreten einer Waldfläche entspannt. Waldbaden nennt man so etwas. Tut der Seele gut und auch dem Geist. Und am schönsten ist es natürlich, wenn ein leichter Wind durch die Baumwipfel streift, kein Mensch außer uns weit und breit zu sehen und zu hören ist. Wir nutzen Holz als Wärmequelle, als Inspiration für künstlerische Ideen.

„Der Wald ist das Krankenhaus unserer Seele.“ 
(Hubert Maria Dietrich)
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Ein Spaziergang im Wald eignet sich hervorragend zum Auftanken und Kraft holen. Er belebt und erfrischt, entspannt und beruhigt gleichzeitig. Einige Studien belegen sogar, dass ein Spaziergang im Wald einen größeren gesundheitlichen Nutzen hat als eine schweißtreibende sportliche Betätigung. Ein Grund dafür ist, dass man beim Gehen im Wald doppelt so viele Schritte macht als beim Laufen und bei jedem Schritt die gesamte Körpermasse bewegt wird. Man aktiviert dabei die Muskeln, erweitert die Ausdauer, Koordination und Balancegefühl. So berichtet zum Beispiel die Deutsche Sporthochschule Köln, dass ein einstündiger zügiger Waldspaziergang ebenso effektiv ist wie 45 Minuten Joggen. Das Wandern hat also einen wunderbaren Nebeneffekt: man tut was für die Figur.

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Der Wald in Coronazeiten

In diesen Zeiten, in denen wir Orte mit vielen anderen Menschen meiden sollen und, gehört der Wald zu den wenigen Orten, in die wir weiterhin gefahrlos gehen können. Das bringt aber auch sehr viele Probleme mit sich. Denn der Wald ist für alle Menschen offen und hat manchmal ordentlich zu tun, die Masse an Besuchern zu bewältigen. Allein in Berlin, so erzählte uns ein Förster aus Tegel, hätte man im vergangenen Jahr 2020 mehr als 300 Millionen Besuche in den öffentlichen Wald – und Parkgebieten gezählt. Eine unglaubliche Zahl, natürlich auch begünstigt durch Corona und den damit verbundenen Reisebeschränkungen. Ein wichtiger Punkt für die Ranger: nicht alle Menschen wissen, wie man sich in einem Wald verhält. Für die Berliner Morgenpost haben wir vergangene Woche einen Förster in Tegel bei seinem Waldbesuch begleitet. Wir verlinken an dieser Stelle mal den Artikel. Er ist kostenlos lesbar. Ihr dürft euch aber gerne registrieren.

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Der Wald als Fotomotiv

Wir wandern nicht nur leidenschaftlich gerne durch die Wälder, wir fotografieren sie auch. Der Wald bietet unendlich viele Fotomotive. Immer verändert sich etwas in der Landschaft. Alte Bäume sind noch ältergeworden, andere Stämme hat der letzte Sturm wild durcheinandergeworfen. Ein Nadelwald in Brandenburg sieht völlig anders aus als ein Kiefernwald im Mittelgebirge. Wenn die uralten Laubbäume im Nationalpark Sächsische Schweiz im Licht der goldenen Oktobersonne leuchten, brauchte es keinen weiteren Balsam für eine gestresste Großstadtseele. Und wer durch tiefe Urwälder, wie beispielsweise die der schwedischen Nationalparks Skuleskogen oder Tiveden gewandert ist weiß, welche Magie von diesen tiefgrünen Wäldern ausgehen kann.

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„Zu fällen einen schönen Baum, braucht’s eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, Braucht er, bedenkt es, ein Jahrhundert!“ 
Eugen Roth (Lyriker)

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Doch nicht immer dokumentieren wir mit unseren Bildern die Schönheit und Unberührtheit dieser Natur. Ganz oft sind wir direkte Zeugen unangenehmer Veränderungen. Der Harz, unsere zweite Heimat, ist ein solches Beispiel. Da, wo vor wenigen Jahren noch dichte Fichtenwälder den Brockengipfel säumten, herrscht jetzt gähnende Leere. Kahlschlag. Der anhaltenden Trockenheit und dem Borkenkäfer haben wir einen kahlen Brocken zu verdanken. Und natürlich dem Hunger auf schnellwachsendes und billiges Holz.

Der Wald bei Drei Annen Hohne im Oberharz Oktober 2020. Genau ein Jahr zuvor haben wir an dieser Stelle die Brockenbahn auf ihrem Weg auf den Gipfel des Brockens fotografiert. Der Wald war an dieser Stelle noch dicht bewachsen.

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Der Wald ist ein wichtiges Ökosystem

Lassen wir die Romantik beiseite, denn der Wald ist ein komplexes Ökosystem, das Kohlendioxid bindet, Sauerstoff produziert und Staub aus der Luft filtert. Und das wird jetzt immer wichtiger als je zuvor. Das aktuelle Klima ändert sich. Es wird wärmer und trockener. Die zur schnellen Rohstoffbeschaffung beliebten Nadelhölzer schaffen diesen Umschwung nicht. Überall in Deutschland und Europa setzen die verantwortlichen auf den Mischwald. Buchen, Eichen und Lärchen sollen die Zukunft des Waldes in Mitteleuropa sein. Das ist auch im Harz bereits zu erkennen.

Das Umdenken merkt man inzwischen an vielen Stellen: In zahllosen Projekten weltweit werden neue Bäume gepflanzt, darunter das vielleicht beeindruckendste in Afrika: Afrika bekommt zurzeit in einer riesigen Aufforstungsaktion in der Sahara und Sahelzone einen sogenannten “Green Belt”.

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Für Neugierige gibt es ein paar Links

Tag des Waldes – Hier geht es zur Webseite

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – Hier geht es zur Webseite

Wald Berlin – Hier geht es zur Webseite

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Eine Bildergalerie Tag des Waldes nur mit Waldfotos

Wenn wir von einer Tour zurückkommen, sind meistens immer unzählige Fotos auf die Kamerachips gebannt worden. Bei zwei Fotografen kommt so einiges zusammen. Also haben wir anlässlich des Internationalen Tag des Waldes auf die Festplatten geschaut und für uns schönsten Waldfotos zusammengesucht. Viel Spaß beim Anschauen.

Der Urwald im Nationalpark Skuleskogen in Nordschweden. Völlige Stille und Einsamkeit, üppig wuchernde Natur.

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Wasser und tiefer, dunkler Wald in Schottland. Der Rogie Falls unweit der schottischen Stadt Inverness.

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Ein Novembermorgen am Rennsteig nahe Bad Tabarz im Thüringer Wald.

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Der schwedische Wald irgendwo in der Provinz Dalarna begeistert uns Fotografen jedes Mal aufs Neue.

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Durch grüne Laubwälder wandert man auf dem Kunstwanderweg im Fläming in Brandenburg.

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Das Felsenmeer im Odenwald in Hessen ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich uralte Laubbäume mit ihrem Wurzelwerk den Weg durch das Erdreich bahnen. Wer mehr zu diesem spektakulären Naturschauspiel Felsenmeer wissen möchte – hier geht es zum Blogbeitrag

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Eine Nutzwald-Plantage an der Stadtgrenze zu Berlin in Brandenburg.

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Urwald-Feeling am Trettsteinwasserfall im Spessart in Bayern an der Grenze zur hessischen Rhön. Hier gehts zum Blogbeitrag!

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Der Tiveden, Schwedens kleinster Nationalpark.

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Ein Herbstwald ist etwas wunderbares. Wenn das Sonnenlicht zur späten Nachmittagsstunde durch die Baumwipfel leuchtet, kann man sich an der Natur nicht sattsehen. Hier gehts zum Herbstblogbericht.

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Ein Winterwald im Süden Berlins 2021. Das ist schon etwas besonderes für den Berliner. Der Schnee verschluckt alle Geräusche. Nur die Schritte im Schnee sind zu hören. Ein ganz besonderes Erlebnis.

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Ein eiskalter Januarmorgen in Eberswalde bei Berlin

Ein Privatwald in Nordbayern an der Grenze zur hessischen Rhön. Der Trittstein-Wasserfall ist unberührte Natur. Zum Böogbericht bitte hier klicken

Ein Kommentar

  • Paleica

    oh ich liebe wälder… laubwälder, nadelwälder, winterwälder, herbstwälder, ganz egal… der geruch nach moos und feuchter erde, nach schwammerln und diese luft… ganz wunderbar. und jeder wald ist anders.
    danke fürs erinnern an das eugen roth zitat, das habe ich lange schon mal gesucht und nicht mehr gefunden.

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