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Tierische Begegnung im Spreewald
Tierische Begegnung im Spreewald

Tierische Begegnung im Spreewald3 min read

Dass die possierlichen Biberratten den Spreewald erobert haben, wussten wir, bekamen sie auf unseren Kajaktouren in den vergangenen Jahren aber nicht vor die Kamera. Jetzt hat es endlich funktioniert. Wir konnten eine Nutria in freier Wildbahn fotografieren.

Tierische Begegnung im Spreewald

Wer Wildtiere fotografiert kennt es: noch bevor die Kamera in Position liegt, ist das scheue Tier bereits wieder aus dem Blickwinkel entfleucht. Neulich war uns das Fotoglück aber hold, als wir auf einer Kajaktour durch den Spreewald auf eine Nutria stießen. Seit einigen Jahren gehören diese putzigen Nager zum Spreewald, so wie die Spreewaldgurke oder der Spreewaldkahn. Aufgrund ihres ungewöhnlichen Erscheinungsbildes werden sie anfangs oft für riesige Ratten oder Biber gehalten, weshalb sie auch unter dem Namen Biberratte bekannt sind. Unser Fotomodel war nicht scheu. Es ließ uns zwar nicht aus den Augen, machte jedoch keine Anstalten, schnell ins Wasser zu flüchten. Das lag wahrscheinlich daran, dass wir die einzigen Bootfahrer zu dieser Tageszeit auf dem Puhlstrom bei Schlepzig waren.

Eine Nutria am Wasser - es lässt uns nicht aus den Augen

Beschreibung

Ursprünglich stammen die Tiere aus Südamerika, wo sie in den subtropischen und gemäßigten Klimazonen an Flüssen, Seen, Teichen und Sümpfen vorkommen. Wegen ihres Felles wurde sie in Pelztierfarmen gezüchtet. Vor allem seit dem 20. Jahrhundert, als der Pelztiermarkt zusammenbrach und zahlreiche Tiere entkamen bzw. ausgesetzt wurden, hat sich der Bestand der Nutrias in Europa stark vermehrt. Die zumeist in Kolonien lebenden Tiere können allerdings nur in Gebieten mit milden Wintern überleben. Was immer das Wort Mild auch bedeutet. Schließlich wird es auch bei uns manchmal kalt im Winter.

In Deutschland heimisch

 In Brandenburg sind sie mittlerweile genauso heimisch wie im Rest von Deutschland. Sie sind somit in allen Bundesländern zu finden und leben in Schilfnestern oder graben Höhlen in Uferböschungen. Auf den ersten Blick ähneln Nutrias Bibern, ihre Schwänze sind jedoch rund und nicht abgeflacht wie beim Biber. Die Nutria kann über zehn Jahre alt werden. Sie wird bei einem Körpergewicht von circa 9 kg bis zu 70 cm lang, hinzu kommt eine Schwanzlänge von ungefähr 45 cm. Ihr Fell ist überwiegend rötlichbraun, am Bauch graubraun. Züchtungen haben auch Tiere mit weißem Fell hervorgebracht.


An den Hinterfüßen besitzen Nutrias Schwimmhäute, mit denen sie sich gut im Wasser fortbewegen können. Die großen Nagezähne sind auffällig orange. Nutrias sind tag- und nachtaktiv. Man hat also beim Paddeln durch den Spreewald durchaus Chancen auf eine Begegnung.  Angst vor den mitunter sehr massigen Tieren brauchen wir Menschen nicht zu haben. Nutrias ernähren sich überwiegend vegetarisch. Sie fressen hauptsächlich Blätter, Stängel und Wurzeln von Wasserpflanzen. Auch Mais verschmähen sie nicht. Selten ernähren sie sich auch von Schnecken, Würmern und Süßwassermuscheln.

Eine Nutria am Wasser

Und fort ist die Nutria

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