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Schietwetter, Fischbrötchen und große Pötte – 4 Tipps für einen schönen Tag in Hamburg

Dunkle Wolken über der Hafenkante. Leichter Nieselregen, Nebel. An rund 135 Tagen im Jahr hat das norddeutsche Schietwetter die Hansestadt fest im Griff. Wir erwischen natürlich einen dieser Tage, als wir uns Ende Januar aufmachen, um Hamburg einen Tagesbesuch abzustatten.  Aber ganz ehrlich, das Wetter ist uns egal. Als Bergfreaks müssen wir uns nämlich manchmal eingestehen, das der Norden einfach toll ist. Wenn die Sehnsucht nach Wasser, großen Pötten und Möwengeschrei überhand nimmt, setzen wir uns in Berlin in den Zug und düsen mit 180 Sachen der Meeresbrise entgegen. 

Die bequemste Möglichkeit für uns, von Berlin in die Elbmetropole zu reisen ist der Zug. Einmal mal am Tag steht im Ostbahnhof ein Interregio der Deutschen Bahn bereit, um Pendler oder Touristen mit 180 Sachen und in drei Stunden Fahrtzeit klimagerecht durch die platte norddeutsche Tiefebene von B nach H zu befördern. Graue Berliner Vorstadt-Tristesse weicht hinter Spandau schmucken Einfamilienhaussiedlungen im Speckgürtel. Danach kann man minutenlang seinen Gedanken im Morgenlicht nachhängen.

Die endlosen Weiten Brandenburgs machen es möglich: Wald, Felder und Wiesen so weit das Auge reicht. Bei Salzwedel im Altmarkkreis rauscht der Zug für ein paar Minuten durch Sachsen-Anhalt und erreicht dann Uelzen in Niedersachsen, später Lüneburg, passiert kurz vor Hamburg-Harburg den großen Güterbahnhof Maschen und gibt bei der Überquerung der Hamburger Elbbrücke den Blick auf die ersten großen Schiffe im Seehafen an der Süderelbe frei. Bequemer geht es nicht. Hallo Hamburg. Wir sind da!

Anreise

Unter der Woche gibt es das Ticket für zwei Personen für den Interregio von Berlin-Ostbahnhof nach Hamburg HBF für 45,80 Euro pro Strecke ohne Platzreservierung. Interessant wird es am Sonnabend: wir empfehlen das Quer-Durchs-Land-Ticket der Deutschen Bahn für 52 Euro für zwei Personen. Damit kann man fahren, wie man möchte. Der Zug startet Sonnabend früh um 7.52 Uhr am Ostbahnhof und fährt gegen 19.51 Uhr aus Hamburg zurück in die Hauptstadt. Das Ticket gilt natürlich nur für die Regionalbahnen und Interregios. Weitere Infos gibt es
hier

Wo geht es als Erstes hin? Zum Hafen natürlich.

Unser Weg vom Hamburger Hauptbahnhof zum Hafen und den Landungsbrücken führt über die Mönckebergstraße und den Rathausmarkt. Natürlich gibt es auch eine U-Bahn. Aber wer will schon fahren, wenn man laufen kann. Die Mönckebergstraße ist die Einkaufs- und Bummelmeile der Hansestadt. Geschäft reiht sich an Geschäft. Aber irgendwie sind die Läden alle austauschbar. Bei uns in Berlin sieht es genauso aus. Also lassen wir den Konsum links liegen und schlendern entspannt über den Marktplatz vor dem Rathaus. Dem Wetter sei es gedankt, es ist beinahe menschenleer. Hamburgs Rathaus ist ein wunderschöner Bau im Stil der Neurenaissance aus dem 19. Jahrhundert. Hier tagt unter der Woche der Hamburger Senat und die Bürgerschaft. Über die Schleusenbrücke gehts in die nobelste Einkaufsstraße Hamburgs, Neuer Wall. Und dann passiert es, wir erliegen dem Glanz der Schaufenster und drücken unsere Nase an selbigen eines Juweliers platt. Weniger der Produkte wegen. Eher faszinieren die Zahlen auf den Preisschildern. Fünfstellige Summen, drunter gibt es nichts.

Über die Holzbrücke mit einer tollen Sicht auf das Nikolaifleet geht es weiter zum Binnenhafen. Das Fleet ist am späten Vormittag aufgrund der Ebbe ohne Wasser und gibt den Blick auf einen matschigen Flussgrund frei. Reinfallen möchte gerade keiner von uns beiden. Auf der anderen Seite des Binnenhafens grüßen die bekannten roten Häuser der Hamburger Speicherstadt. Im Hintergrund wird zum ersten Mal Hamburgs neustes Wahrzeichen sichtbar: die Elbphilharmonie. Wir können uns diesem imposanten Gebilde aus Stahl, Glas und Beton schwer entziehen. Weil aber schon aus der Ferne die Besucherströme über die Niederbaumbrücke in Richtung “Elphie” pilgern, beschließen wir, bei diesem Hamburg-Besuch auf eine Besichtigung zu verzichten. Wir wollen stattdessen eine Hafenrundfahrt unternehmen und das Bauwerk von der Wasserseite aus betrachten. So langsam gibt der Nebel den Blick auf die Landungsbrücken. Die Museumsschiffe Cap San Diego und Ricky Rickmers lassen grüßen. Aber erst einmal gehen wir etwas essen.

Essen in Hamburg

Ganz Hamburg ist gepflastert mit Restaurants, Bars und Imbissständen.
Wir haben uns für einen Italiener in der Nähe vom Johannisbollwerk im Portugiesischen Viertel entschieden. Man wird da italienisch begrüßt, auf Italienisch bedient und wenn man genügend Trinkgeld gibt, auch italienisch verabschiedet: “Grazie mille e mi piacerebbe molto tornare”! Für Fisch-Liebhaber gibt es natürlich neben der italienischen, portugiesischen oder spanischen Küche auch das eine oder andere Fischrestaurant. Direkt an den Landungsbrücken um die Ecke buhlen jede Menge Kneipen um zahlende Kundschaft.
Tipps für das leibliche Wohl in der Hansestadt gibt es unter anderem
hier oder hier

Eine Hafenrundfahrt, die ist lustig.

Wer den Hamburger Hafen vom Wasser aus kennenlernen möchte, dem stehen an den Landungsbrücken jede Menge Boote zur Verfügung. Schlepper, Barkassen oder Raddampfer, für jedes Schifferherz ist was dabei. Wir haben uns für den wunderschönen blauen Raddampfer mit dem wunderschönen und typisch norddeutschen Namen “Louisiana Star” entscheiden. Das rote Schaufelrad hat den Ausschlag gegeben. Die einstündige Bootstour geht auf der Norderelbe entlang in Richtung Finkenwerder. Vorbei am Fischmarkt, dem U-Bootmuseum, über den Elbtunnel und an der Elbchaussee entlang, Hamburgs teuerster Straße. Natürlich dürfen auch die Containerterminal auf der Westseite der Elbe nicht fehlen. Die gigantischen Entladungskrähne sind mehr als beeindruckend. Wir haben Glück, am Eurogate liegt mit der Cisco Shopping Line aus Hongkong eines der größten Containerschiffe der Welt im Hafen.

Dass die Hamburger stolz auf ihren Hafen sind, wird bei unserem Skipper mehr als deutlich. Stolz und mit leidenschaftlicher Stimme zählt er die beeindruckenden Zahlen auf. Fast eine Million Passagier, mehr als 135 Millionen Tonnen Umschlagmenge und etwa neun Millionen bewegte Container stehen für das Jahr 2018 zu Buche. Nur in Rotterdam und Antwerpen geht mehr. Die Krönung der einstündigen Bootstour kommt natürlich zum Schluss. Als die Silhouette der Elbphilharmonie aus dem Nebel auftaucht, ahnen wir bereits was folgt: „Sind Berliner an Bord? Ich sage nur BER”, tönt es dem Lautsprecher. Die Berliner schweigen. Der Rest fängt an zu lachen. Wir wissen, die Hamburger sind stolz auf ihr Bauwerk und ziehen die Hauptstädter gerne mit ihrer Flughafen-Dauerbaustelle auf. Und ja, sie haben auch recht. Das mächtige Gebäude sieht einfach mächtig beeindruckend aus. Selbst bei diesem Schietwetter.

Hafenrundfahrten

Wir haben für unsere einstündige Hafenrundfahrt mit dem Schaufelraddampfer 20 Euro pro Person bezahlt.
Mit einer Barkasse seid ihr schon ab 18 Euro dabei. Es gibt neben einstündigen Rundfahrten auch zweistündige Rundfahrten, Lichterfahrten am Abend durch die Speicherstadt oder Hamburg-Rundfahrten über die Alster. Karten kann man überall an den Landungsbrücken kaufen.
Weitere Information gibt es unter anderem
HIER

Den Gewürzen der Welt auf der Spur

Am Sandtorkai 34, mitten in der Speicherstadt riecht es verführerisch. Nach Gewürzen. Bis auf die Straße. Neugierig steigen wir die zwei Etagen in das Hamburger Gewürzmuseum hoch. Wer leidenschaftlich gerne kocht, ist hier genau richtig. Auf 350 Quadratmetern kann man sich den Bearbeitungsprozess von Anbau bis zum Fertigprodukt anschauen. 900 Exponate aus den vergangenen Jahrhunderten erzählen die Geschichte. Auf einer langen Tafel sind in Tonschalen verschieden Gewürze angerichtet und lassen die Sinne explodieren.

Es gibt auch Führungen und Veranstaltungen. Wir haben Glück und können für ein paar Minuten den Erklärungen eines Guides lauschen, der vor allem die Würz-Faulheit der Deutschen auf die Schippe nimmt. “Wir Deutschen kochen in der Küche nur “Schwarz.-Weis”, sagt er und meint damit die Liebe zu Pfeffer und Salz. Ganz unrecht hat er nicht.

Für alle geläuterten Schwarz-Weis-Experten gibt es direkt im Museum aber Abhilfe. Die Auswahl an Gewürzen ist riesig.

Informationen zum Gewürzmuseum

Spicy`s Gewürzmuseum
Am Sandtorkai 34
Täglich geöffnet von 10 bis 17 Uhr
Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 4 Euro
Kinder von 4 bis 14 Jahren zahlen 2 Euro
Weiter Infos gibt es HIER

Miniatur-Wunderland

Die Attraktion in der Hamburger Speicherstadt ist ohne Zweifel das Miniatur-Wunderland der Brüder Frederik und Gerrit Braun. Jedes Jahr pilgern über eine Million Besucher aus der ganzen Welt in die Straße mit dem eigensinnigen Namen “Kehrwieder” und tauchen dann ein in eine faszinierende Miniwelt voller Überraschungen. Die größte Modelleisenbahn der Welt liegt direkt an der Elbe in der historischen Speicherstadt von Hamburg. Ein Feuerwehreinsatz, Pipi Langstrumpfs zu Hause, die Bergbauwelt von Kiruna, unser wunderschöner Harz oder die Berge aus der Schweiz: das alles findet Platz auf liebevoll gestalteten 1500 Quadratmeter Modellfläche. Die Brüder Frederik und Gerrit Braun schicken uns zusammen mit ihrem Team auf eine Reise durch viele Länder und Regionen, durch Städte oder berühmte Bauwerke.

Es gibt überall etwas zu entdecken im Miniaturwunderland: der Feuerschlucker auf dem Jahrmarkt, das Liebespaar im Sonnenblumenfeld oder das Innenleben der wunderschönen Hamburger “Elphi”. Mal abgesehen von der grandiosen Gestaltung der Fläche, ist es auch ein technisches Meisterwerk. Auf dem belebten Flughafen Knuffingen starten und landen kleine und große Flugzeuge, es gibt Schiffe und Tanker die beladen werden und ihre Wege fahren. Autos rollen durch die Straßen, Lichter, die sich zum richtigen Zeitpunkt ein oder ausschalten oder einen Brand simulieren. Man sollte genügend Zeit mitbringen, um diese Modellwelt mit all ihren Facetten zu bestaunen. Wir hatten sie nicht, deshalb kommen wir noch einmal wieder.

Miniaturwunderland

Geöffnet hat das Miniaturwunderland an 365 Tagen im Jahr. Die Öffnungszeiten sind sehr unterschiedlich, sie haben aber mindestens von 9:30 – 18 Uhr auf. Kinder bezahlen bis 15 Jahre 7,50 Euro und Erwachsene 15 Euro. An den Kassen sollte man mit Wartezeiten rechnen oder man kauft die Tickets im Vorfeld schon online.
Genaue Infos gibt es Hier

Nachts sind alle Fotografen grau…

Zum Abschluss des Tages, kurz bevor der Zug wieder in Richtung Berlin fährt, haben wir die Zeit noch für ein paar Fotos genutzt. Natürlich an dem Fotografenspot der Hansestadt, der Poggenmühlenbrücke in der Speicherstadt. Von hier aus hat mein einem wunderbaren Blick über das Wandrahmsfleet zum Wasserschloss. Schnell das Stativ hingestellt wenn noch Platz ist, denn hier drängeln sich bei günstigen Fotobedingungen schon mal ein paar dutzend Knipswütige um die besten Positionen auf der Brücke. Wem das Gedränge dann zu groß wird, die ganze Speicherstadt verdient es, in den Abendstunden stilvoll in Szene gesetzt zu werden. Man sollte nur nicht das Stativ und den Fernauslöser vergessen.

Anfahrt zum Foto-Spot Poggenmühlenbrücke:

In unmittelbarer Nähe liegt die U-Bahnstation Meßberg. Ihr überquert die Willy-Brandt-Straße und den Wandrahmsteg und dann seid ihr such schon da.

(3) Kommentare

  1. sagt:

    … diese alte Hafenstadt hat schon was: Nebel – Niesel – Nasskalt – Novembergrau 😉 Wir machen im Frühjahr / Sommer mal `ne Tour zusammen durch die Stadt (bis dahin schneide ich auch keinen Käse !!! Und hör auf so unanständig geile Fotos in meinem Revier zu machen !) 😀

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