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Der Märchenwald im Spessart

Der Spessart. Das sind tiefe und endlose Laubwälder, verwunschene Flüsse, kleine und beschauliche Dörfer inmitten weiter Wiesen und Felder. Natürlich gibt es auch die eine oder andere Besonderheit, das Kleinod, was man sich als Besucher erst erarbeiten muss, bevor man es staunend zu Gesicht bekommt und später in Erinnerungen schwelgen kann. Nördlich der Gemeinde Gräfendorf windet sich der Eidenbach über mehrere Wasserfälle in die Tiefe zum Weizenbach, der später in die Fränkische Saale mündet. Einer der Fälle ist besonders schön: der Trettstein-Wasserfall.

Quelle: Screenshot: OpenStreetMap

Infos

Anreise: Mit dem Auto von Lohr am Main die B26 bis Gemünden am Main, dann die ST 2303 in Richtung Gräbendorf
In Gräbendorf an der Kirche links abbiegen in Richtung Dittlofsroda.
Der Wanderparkplatz liegt auf der rechten Seite
Ausrüstung: Festes Schuhwerk ist ein Muss, vor allem wenn es geregnet hat. Der Abstieg kann dann sehr rutschig werden.
Wichtig: Das Gebiet ist Privatgelände. Lasst den Müll im Auto! Der Eintritt ist kostenlos.

So haben wir uns den Spessart vorgestellt. Der Himmel ist dunkel. Auf der einen Seite der Straße leuchtet hinter einem Regenvorhang ein gelbes Weizenfeld und auf der anderen Seite, ja da ist der Wald. Undurchdringlich, eine grüne Hölle. Fast ist es so wie in dem Film “Das Wirtshaus im Spessart”. Fehlen nur die Räubergesellen, die hinter einem der riesigen Laubbäume hervorgesprungen kommen. Doch schon nach wenigen Schritten hinein in das grüne Blattwerk kommt ein kleiner Märchenwald zum Vorschein. Sattes Grün an den Bäumen, als hätte ein verliebter Maler zu tief in den Tuschkasten gegriffen. Dazu ein Vogelstimmenkonzert. Ja, wir sind im Spessart.

Das kleine Naturjuwel liegt Im südlichen Teil der bayrischen Rhön, zwischen Gräfendorf und Dittlofsroda. Hier findet man den Tretstein, oder auch Trettstein Wasserfall genannt. Trettstein bedeutet soviel wie vor sich hin plätschern. Er gehört mit zu den mystischen Plätzen in Unterfranken. Überall wächst Moos und Efeu, der ganze Waldboden ist bedeckt. Auch die Steine. Gleich hinter dem Parkplatz geht links ein schmaler, recht steiler Weg hinab in einen klammartigen Einschnitt des Eidenbaches.

Das steinerne Becken ist nicht tief und in den ausgespülten Felsen kommt man dem Wasserfall sehr nahe. Der Tretstein hat mit den kleineren Vorstufen an der oberen Fallkante eine Höhe von sechs Metern. Im freien Fall sind es immerhin drei Meter. Auf wackeligen Holzstegen und Trampelpfaden kann man ihn umwandern. Von hier aus fließt er erst in den Waizenbach etwas unterhalb der Klamm und dann später in die Fränkische Saale bei Gräfendorf. Wir nehmen uns Zeit und laufen nach einem ausgiebigen Fotoshootings einen kleinen Teil des 10 Kilometer langen Rundweges. Überall am Wegesrand können Holzschnitzereien bestaunt werden. Mal eingearbeitet im Baum oder als Baumstumpf. Es geht über kleine Holzbrücken und durch ein romantisches Tal. Trittsicherheit schadet nicht und festes Schuhwerk ist von Vorteil. Wenn der Boden vom Regen aufgewacht ist, kann er ganz schön rutschig werden.

Der Trettstein-Wasserfall ist ein echtes kleines Naturjuwel. Mit Glück hat man den kleinen, märchenhaften Wald ganz für sich allein. Wenn es geregnet hat, erscheinen die tiefgrünen Bäume besonders intensiv.

Noch ein paar Bilder zum Schluss

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